Ágnes Heller
Die Auferstehung des jüdischen Jesus

Jesus war kein Christ. Die Entdeckung des jüdischen Jesus erschöpft sich allerdings nicht darin, dass die Christen entdecken: Jesu Lehren haben das jüdische Gesetz nicht gebrochen, und Jesus war nicht nur der Begründer einer neuen Religion, des Christentums. Es gehört auch dazu, dass die Juden bemerken: In der Gestalt Jesu hat Israel einen neuen Propheten, dessen Botschaft – die ihre Vorfahren nicht angehört haben – irgendwie in die ganzen Welt gekommen ist. Man hat ihn missverstanden, wie man alle Propheten missversteht. Man hat ihn beinahe bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, aber nur beinahe. Denn auch heute haben wir die Möglichkeit, seine ursprüngliche Botschaft zu verstehen. (Ágnes Heller)

 

 

Ágnes Heller kam 1929 als Tochter jüdischer Eltern auf die Welt. Ihr Vater und zahlreiche Verwandte wurden Opfer der Judenverfolgung während der Zeit der NS-Diktatur. Ihr selbst und ihrer Mutter gelang es immer wieder der Deportation und Ermordung zu entgehen. Nach dem Abitur schrieb sie sich 1947 an der Universität in Budapest für Physik und Chemie ein, wechselte jedoch das Studienfach und begann, Philosophie zu studieren. Sie wurde 1955 von Georg Lukács promoviert und schließlich seine Assistentin. Nach jahrzehntelanger politischer Unterdrückung in Ungarn emigrierte Heller 1977 nach Australien, wo sie an der La Trobe Universität in Melbourne von 1978 bis 1983 eine Soziologie-Professur innehatte. 1986 wurde sie Hannah Arendts Nachfolgerin auf deren Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New York. Seit ihrer Emeritierung pendelt sie jeweils halbjährlich zwischen Budapest und New York.

Ágnes Heller
Die Auferstehung des jüdischen Jesus

118 Seiten, Englische Broschur

ISBN: 978-3-86572-243-0
€ 14,90
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