Menschen zeichnen sich laut Kant wesentlich dadurch aus, dass sie ein Bewusstsein von sich selbst als denkenden und handelnden Subjekten haben. Tobias Rosefeldt zeigt, dass man Kants Aussagen zum Thema Selbstbewusstsein nur dann verstehen kann, wenn man sie vor dem Hintergrund seiner Ansichten über Begriffe und Urteile liest. Selbstbewusstsein – so die These – ist die Fähigkeit, Urteile über sich selbst zu fällen. Und diese Fähigkeit hat nur, wer den Gehalt eines in vielen Hinsichten merkwürdigen Begriffes erfasst, den Gehalt des Begriffes "Ich".
Tobias Rosefeldt ist Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie mit besonderer Berücksichtigung der Sprachphilosophie, Philosophie des Geistes und der Wissenschaftstheorie der verstehenden Wissenschaften, an der Universität Konstanz.