Lars Henrik Gass
Film und Kunst nach dem Kino

Das Buch handelt davon, wie dem Film das Kino abhandenkommt. Es ist eine Kritik des mentalen Raums, den wir Kino nennen und der uns gelegentlich Zugang zu einer alternativen Wahrnehmungsform und einem anderen Dasein geboten hat, und vor allem eine Kritik der gesellschaftlichen und ökonomischen, der architektonischen und technischen Bedingungen und Formatierungen – sei es durch Fernsehen, DVD, Internet, Filmfestivals, Ausstellungen oder Museen –, insofern sie unsere Wahrnehmung strukturieren und darüber bestimmen, wie wir gegenwärtig Film sehen und was wir von der Welt wahrnehmen.

 

Lars Henrik Gass, geboren 1965, ist seit 1997 Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. 2001 erschien die Buchfassung seiner Dissertation unter dem Titel „Das ortlose Kino. Über Marguerite Duras“. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Fotografie, Film und Kulturpolitik. Gass ist Mitherausgeber des Bandes "Provokation der Wirklichkeit. Das Oberhausener Manifest und die Folgen" (2012).

 

PRESSESTIMMEN

 

»Wer jemals in einer großen Kunstausstellung der jüngeren Zeit von Dunkelkammer zu Dunkelkammer gewandert ist, von einem filmischen Werk ohne sofort ersichtlichen Anfang und absehbares Ende zum nächsten, wird jenes Unbehagen kennen, von dem in dem Buch „Film und Kunst nach dem Kino“ von Lars Henrik Gass die Rede ist. Der Autor, der seit 1997 die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen leitet, aber auch immer wieder zu filmtheoretischen Fragen publiziert, macht sich hier stark für das Kino. In dieser prononcierten Form hat das zuletzt kaum einmal jemand getan, deswegen ist das Buch von Gass von so großem Interesse. Es ist eine Streitschrift gegen die Auflösung des Kinos in die multimediale Konsumwelt, die uns inzwischen nahezu wie eine zweite Haut umgibt. (...)

Dabei ist „Film und Kunst nach dem Kino“ keineswegs ein kulturpessimistisches Buch. Im Gegenteil ist das ein gutbegründetes und elegant geschriebenes Plädoyer dafür, auch politisch darüber nachzudenken, wie diese so bedeutende Kulturtechnik des 20. Jahrhunderts in Zukunft einen relevanten Stellenwert behaupten können wird. (...)

Es sind sehr komplexe Zusammenhänge, von denen Lars Henrik Gass hier handelt. Und sein Buch macht sich nicht zuletzt dadurch anfechtbar, dass es von diesen Zusammenhängen in einem dichten Gewebe sprachlicher Register handelt – zwischen Feuilleton und Theorie, zwischen Kulturkritik und Gesellschaftsanalyse, zwischen Cinephilie und Kunstjargon geht es hier um den Versuch, einen geistesgegenwärtigen Tonfall zu finden, der nicht die alten Lamenti weiterführt, aber sich auch nicht in die Fallen der Affirmation locken lässt.«

Bert Rebhandl, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

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»"Film und Kunst nach dem Kino" ist allerdings keine Hommage an Stummfilm mit Klavierbegleitung. Das Buch ist auch nicht aus dem dünnen Holz geschnitzt wie jene auf den Kassenknüller hin gezimmerten Schriften über das Ende von etwas, wie wir es kannten. Es ist eine konkrete Analyse der Bedingungen, unter denen Film nach dem Kino rezipiert wird, und welche Folgen sich für den Film ergeben.«

Philipp Goll, ZEITOnline

 

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»Die Stossrichtung und die nuancierte Argumentation des Buches sind einnehmend, umso mehr, als es zum richtigen Zeitpunkt kommt: Gerade weil das Kino als Auswertungsort wirtschaftlich weitgehend an Bedeutung verloren hat, erscheint die Initiative, seine filmspezifische Relevanz zu unterstreichen, begrüssenswert.«

Patrick Straumann, Neue Zürcher Zeitung

 

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»Als Streitschrift über die Situation des Kinos ist das Buch wichtig. Nun könnte die Diskussion beginnen.«

Claus Löser, Frankfurter Rundschau/Berliner Zeitung

 

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»Es ist höchste Zeit, dass wir uns über die mögliche Zukunft des Films und seiner schwindenden Funktion in unserem Lebensalltag Gedanken machen. Lars Henrik Gass hat mit seinem weit ausholenden Essay einen Anfang gemacht. Zu hoffen ist, dass ihm andere, Filmkritiker und -Wissenschaftler, Stadtplaner und Soziologen folgen werden.«

Wolfram Schütte, Deutschlandfunk

 

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»Lars Henrik Gass outet sich ungescheut als wütender Liebhaber des Kinos. Er leitet seit 15 Jahren die Internationalen Oberhausener Kurzfilmtage. Seine Polemik gegen die Abwanderung des Films in die Medien Fernsehen, Internet, DVD und vor allem in den Ausstellungsbetrieb der zeitgenössischen Kunst basiert auf handfesten Argumenten. Noch nie wurden weltweit so viele Filme produziert wie heute. Trotzdem sieht der Autor die Kunst der laufenden Bilder auf der Verliererspur. Für ihn ist das Kino ein einzigartiger geistiger Raum, in dem man gleichzeitig im Kollektiv und als Individuum in einem festgelegten Zeitraum eine filmische Realität erlebt, die sich in dieser Hermetik weder vor dem Fernseher daheim noch in einer Ausstellung in so absoluter Isolation inszenieren lässt. (...) Seine Beispiele, wie das historische Kino in der gegenwärtigen Abspielpraxis große Verluste erleidet, sind verblüffend und überzeugend. (...) Auf jeden Fall ist der Band im Westentaschenformat eine Fundgrube im Streit um Film, Kino und Kunst. Lars Henrik Gass bringt die Differenzen immer wieder gut auf den Punkt.«

Anna Benken, SWR 2

 

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»Wer mag, der kann das soeben erschienene schmale Büchlein "Film und Kunst nach dem Kino" von Lars Henrik Gass als kulturphilosophischen Leitfaden in Sachen Film und Kino interpretieren, als konzeptuelles Festivalbrevier, dessen Gedanken weit über den Alltag hinausweisen.«

Jochen Kürten, Deutsche Welle

 

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»In seiner kritischen Prognose konzentriert sich Gass weniger auf wirtschaftliche Aspekte als auf die Brüche in unserem Wahrnehmungsvermögen und stellt dabei die Arten der „Welterschließung“ zur Debatte. Was wird, wenn Filme nicht mehr im Halluzinationsraum Kino gesehen werden, wenn Bilder nur noch klein, bei Licht und flüchtig, kurzatmig, zerstreut und gleichzeitig mit anderen Sinnesreizen wahrzunehmen sind? Was, wenn die Filmindustrie ihre Produkte immer knalliger, personen- und effektzentrierter auflädt, um die Aufmerksamkeit im Heim- und Taschenkino für Momente zu okkupieren? Zugeschüttet von immer mehr Filmen, abgestumpft durch Überreizung, unfähig zur Konzentration und zur Entzifferung ambivalenter, widerständiger Bildgehalte droht die Auslöschung der ästhetischen Erfahrung.

Lars Henrik Gass belässt es jedoch nicht bei dieser Klage. Sondern fragt danach, wie der Wert des Kinos wenigstens in Residualbereichen erhalten werden kann.«

Claudia Lenssen, Der Tagesspiegel

 

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»Das Frontispiz zeigt die Fassade des Kinos: des Eden Théatre in La Ciotat, fotografiert vom Autor des Buches. Der Eingang wirkt verschlossen und gleicht mit seinem Portikus einem Grab- oder Mahnmal. Hier ruht das Kino. Über Todesursachen und mögliche Arten der Auferstehung denkt Lars Henrik Gass in "Film und Kunst nach dem Kino“ nach. Seine Streitschrift in fünf Kapiteln enthält originelle, provozierende Thesen.«

Andreas Wilink, K.WEST

 

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»Ergänzend dazu passt von Kino-Liebhaber Gass, der die Kurzfilmtage seit 15 Jahren leitet, aber zu Manifest-Zeiten noch nicht auf der Welt war, die launige, manchmal verblüffende Polemik „Film und Kunst nach dem Kino“ (Philo Fine Arts, 136 Seiten, 10 Euro), die zeigt, wie das Kino als Ort filmischer Realität bedeutungslos zu werden droht, weil der Film zu Fernsehen, DVD und in Museen abwandert. Das ist so eigenwillig wie bedenkenswert, aber Mahner haben es hierzulande ja schon immer schwer gehabt; die Zukunft aber könnte Gass Recht geben.«

Guntram Lenz, Zeitungsgruppe Lahn-Dill (Mittelhessen)

Lars Henrik Gass
Film und Kunst nach dem Kino

FUNDUS Band 216

136 Seiten

gebunden mit Lesebändchen

ISBN: 978-3-86572-684-1
€ 10,00
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